Jahresgabe

As The Saying Goes (Fingers Crossed)

Nina Hollensteiner

„As the saying goes (fingers crossed)“ besteht aus einem Silberring, in den das altdeutsche Sprichwort „Kunstreiche Hand Bringt viel zustand“ eingraviert wurde. Die Arbeit spielt bewusst mit der mehrfachen Bedeutung des Worts „kunstreich“: Einerseits wird auf handwerkliche Kunstfertigkeit – die Begabung etwas mit den Händen umzusetzen – verwiesen, andererseits auf die wörtliche Bedeutung einer mit Kunst geschmückten Hand. Darüber hinaus wird die Rolle des zukünftigen Käufers und Trägers angesprochen, der sich mit Kunst umgibt und somit reich an Kunst ist. Die verschiedenen Lesarten dieses Sprichworts verweisen auf Verschiebung und Dekontextualisierung einer scheinbar eindeutigen Aussage. Zwei in einem Winkel angeordnete bedruckte Holzplatten, die an ein aufgeschlagenes Buch erinnern, dienen als Sockel für den auf der Schnittstelle liegenden Ring. Die beiden Buchseiten sind miteinander verknüpft: Der Text links übersetzt die gestische Abbildung der rechten Seite in Sprache. Es handelt sich dabei um eine Doppelseite aus einer Publikation des italienischen Künstlers, Grafikdesigners und Theoretikers Bruno Munari, der sich in seinen Arbeiten unter anderem mit Übersetzungsstrukturen von Wort und Bild auseinandergesetzt hat. 

In der Ausstellungsreihe „Am Piano: ...“ hat Nina Hollensteiner 2012 die Installation „e is for eye-contact“ realisiert. Die daraus hervorgegangene Bodenarbeit „Conversation Floor“ bleibt in der Bar des Kunstvereins permanent bestehen.