Jahresgabe

Die Birnenschnitte

Babette Semmer

Babette Semmers Gemälde vermischen Referenzen auf vergangene Malstile mit Ausdrucksformen, die das Zeitgenössische spüren lassen. In farbiges Licht getaucht, beziehen sich Semmers fiktive Figuren zumeist auf literarische Erzählungen und traditionelle Allegorien und lassen diese neu deuten. Für „Birnenschnitte“, dessen Titel auf Dürers Gemälde „Maria mit der Birnenschnitte“ (1512) anspielt, tauscht die Künstlerin den Apfel als verbotene Frucht gegen eine Birne aus und verweist somit auf die Unsicherheit des lateinischen Begriffs „malum“ (Übel). „Weil es Olga war“, das Porträt einer Frau mit blau getupfter Bluse, stellt im Titel einen Nebensatz dar, dessen ergänzender Hauptsatz nur vermutet werden kann. Machte man vielleicht eine Ausnahme, weil es Olga war?