Jahresgabe

Fourth House, Sternbuschpark, Münster, 2017

Hreinn Fridfinnsson

Hreinn Friðfinnsson

*1943, IS
Icelandic College of Arts and Crafts, Reykjavik; lebt und arbeitet in Amsterdam.

Ausstellungen (Auswahl)
2017: Skulptur Projekte 2017, Münster; Happy People, The Living Art Museum, Reykjavik; 2016: Galerie Gangur/The Corridor, Reykjavik (solo); 2010: To Spin and Swing You Need a Beat, Claudine Papillon, Paris (solo); 2007: Serpentine Gallery, London (solo); Reykjavik Art Museum, Reykjavik (solo); 1993: La Biennale di Venezia, Isländischer Pavillon, Venedig (mit Johann Eyfells)
 

Seit 1974 durchzieht das House Project das Werk von Hreinn Friðfinnsson. Drei ‚Häuser’ wurden bereits in Island und Frankreich in großen zeitlichen Abständen realisiert. Im Rahmen der Skulptur Projekte 2017 führte Hreinn Friðfinnsson sein House Project mit dem vierten Haus in Münster fort.  Inspiriert wurde der Künstler von einer isländischen Geschichte: Ein Mann baut ein Haus, das von innen nach außen gestülpt ist, um die Schönheit des Inneren mit der ganzen Welt zu teilen. Jedes seiner Häuser ist nach diesem Inside-Out-Prinzip konzipiert und stellt Fragen zum Raum und dessen Grenzen. Was beherbergt das Haus? Das Fourth House, genauer gesagt die Silhouette eines Hauses aus spiegelndem Stahl, ist als Echo des First House zu lesen. Mit seinen unterschiedlichen Standorten, in seiner immer rudimentärer werdenden Form nimmt das Projekt nomadische Züge an. Mit jeder Fortführung und Wiederholung entmaterialisierte sich das Haus weiter und wurde zu einer reduzierten Skizze aus Stahl. Am äußeren Rand der Stadt, fast versteckt auf einer Lichtung im Sternbuschpark, fand es seinen Platz in Münster. Es integrierte sich derart zart in seine Umgebung von Trauerweiden und Brennnesseln, dass es sich dabei gar aufzulösen schien. Durch die verspiegelte Oberfläche, die die Umgebung abbildet, wurde es selbst nahezu transparent.

 

Die Jahresgabe für den Westfälischen Kunstverein umfasst zwei Fotografien von Henning Rogge, der die Skulptur Projekte 2017 offiziell fotografisch dokumentiert hat. Friðfinnsson hat zwei von Rogges Fotografien ausgewählt und sie als Diptychon im Passepartout in Beziehung zueinander gestellt. Durch das Medium der Fotografie ist es möglich, die mystische und narrative Stimmung und die Präsenz des Fourth House einzufangen und zu verewigen.