Jahresgabe

Incense holders (Thought Finger and an Orange)

Zin Taylor

Zin Taylor

*1978, CA

University of Guelph, Ontario, CA; Alberta College of Art and Design, Calgary, CA; lebt und arbeitet in Paris.

 

Ausstellungen (Auswahl)

2017: Les Bons Sentiments, 19. Fondation d’entreprise Ricard Prize, Paris; Creative Writing, Westfälischer Kunstverein (solo); 2016: Five Units of Haze, Oakville Galleries, Oakville; CA (solo); 2015: Stripes and Dots on the Isle of Portikus, Portikus, Frankfurt (solo); A Segment of Translation. In Light of 25 Years, Witte de With, Rotterdam (solo); The Hippie and the Envelope, Bureau des Realities, Brüssel (solo); 2014: Karl’s Body, Kunsthalle Wien Karlsplatz, Wien (solo); The Tangental Zig-Zag, Kunstraum, London (solo); 2012: Art Statements, Art Basel (solo)

 

Zin Taylors Ausstellung im Frühjahr im Westfälischen Kunstverein begann schon, bevor man den Ausstellungsraum überhaupt betritt: Der Duft von Räucherstäbchen, seine Verbreitung durch die Luft fungieren exemplarisch für Zin Taylors Verständnis von Ideentransfer und Gedankenaustausch. Anlass für seine künstlerische Produktion ist stets die recht ursprüngliche und gerade darin doch gewichtige Frage nach der Übersetzung von Ideen in Formen. Um dieser nachzugehen, kreiert Taylor ganze Landschaften aus miteinander korrespondierenden Elementen. Dazu zählte im Kunstverein vor allem eine Wandzeichnung, die insgesamt eine Fläche von fast 350 qm bedeckte und uns den Gedanken eines Punktes folgen ließ: „Thoughts of a Dot as it Traverses a Surface“. Essentiell für Zin Taylors Überlegungen zum Prozess der Formierung und Verbreitung von Gedanken und Ideen ist sein Begriff „Haze“, englisch für Dunst oder Nebel. Der Duft und die leichten Rauschschwaden der Räucherstäbchen sind für Taylor eine ideale Übersetzung dieses Konzepts, die durch die Verwandlung einer Form (das Stäbchen wird zur Asche) zugleich eine Zeitlichkeit nachvollziehbar macht. Gedanken wabern wie „Haze“ umher, um schließlich an Objekten zu kondensieren und in Erscheinung zu treten, d.h. zur Form zu werden. In diesen Formen bilden sich vergangene Gedanken und Erinnerungen ab, werden in eine aktuelle Situation übersetzt und schaffen zugleich einen Raum, in dem neue Gedanken entstehen können. Der Prozess der Kondensierung ist bekanntlich unendlich wiederholbar.

Für den Westfälischen Kunstverein schuf Taylor eine monochrom-schwarze Version seiner „Incense holders“, ein Zweier-Set bestehend aus einem geschlängelten „thought finger“ und einer Orange. Ein Päckchen von  Zin Taylors Lieblingsräucherstäbchen wird mitgeliefert.