Jahresgabe

Mapping potential (camels at night), 2016

Katja Novitskova

Katja Novitskova (*1984 in Tallinn, lebt und arbeitet in Amsterdam und Berlin) eignet sich für ihre Arbeiten Bildwelten an, die allesamt auf Realitäten verweisen, welche fernab unserer physiologischen Wahrnehmungskapazität liegen und doch längst als visuelle Artefakte Einzug in unsere Wirklichkeit gehalten haben. Heute werden nahezu alle Aspekte unserer Umwelt und unseres Lebens sekündlich aufgezeichnet oder durch Software geformt. Schon lange hat die Datensammelwut dabei die Grenzen unseres Planeten überschritten. Das gesammelte Material fungiert als unser primäres Werkzeug, mit dem wir nicht nur die Erde, sondern auch das Universum erkunden. 

Novitskovas exklusiv für den Kunstverein entstandenen Jahresgaben Mapping potential (Titan, protein marker) und Mapping potential (camels at night) sind eine visuell-poetische Verhandlung dieses Phänomens. Mit dem Zusammenfügen und Überlagern eines Saturnmondes und einer Kamelherde bei Nacht mit Mikroskopaufnahmen und Computeranimationen aus der Molekularbiologie verdeutlicht Novitskova die radikale Neuartikulation der heutigen Rolle des Bildes und die ökologischen Dimensionen der konstanten medialen Transformation unserer Welt.