Jahresgabe

Melonensäule

Thomas Schütte

Thomas Schütte

*1954, DE

Kunstakademie Düsseldorf; lebt und arbeitet in Düsseldorf.

 

Ausstellungen (Auswahl)

2017: Skulptur Projekte 2017, Münster; 2016: United Enemies, Moderna Museet, Stockholm (solo); 2013: Figur, Fondation Beyeler, Riehen (solo); Frauen, Museum Folkwang, Essen (solo); Houses, Kunstmuseum Luzern (solo);  2012: Faces & Figures, Serpentine Gallery, London (solo); 2010: Big Buildings. Modelle und Ansichten, Bundeskunsthalle, Bonn (solo); 2009: Haus der Kunst, München (solo); 2005: Biennale di Venezia, Venedig; 2007: Skulptur Projekte 07, Münster; 1997: documenta X, Kassel; 1997: Skulptur. Projekte in Münster; 1992: documenta 9, Kassel; 1987: Skulptur Projekte in Münster; 1987: documenta 8, Kassel; 1981: Westkunst, Köln

 

 

Thomas Schütte wurde vielfach als Deutschlands wichtigster Bildhauer bezeichnet – seine Teilnahme an vier von fünf Ausgaben der Skulptur Projekte in Münster spiegelt seine herausragende Rolle sicherlich auch bei dieser Großausstellung wider. Diesmal realisierte Schütte sogar zwei Skulpturen an den beiden Ausstellungsstandorten der Skulptur Projekte: den „Nuclear Temple“, einen architektonischen Körper aus oxidiertem Stahlblech auf dem alten Zoogelände in Münster, sowie die „Melonensäule“ auf einem Parkplatz in Marl, gewissermaßen das Zwillingsobjekt zu seiner Münsteraner „Kirschensäule“ für die Skulptur Projekte von 1987 auf dem Harsewinkelplatz. Diese sechs Meter hohe Sandsteinsäule aus den klassischen architektonischen Elementen Basis, Schaft und Kapitell wird gekrönt von einem Paar stilisierter Kirschen aus rot lackiertem Aluminium. Sie wurde von der Stadt Münster angekauft und ist inzwischen zu einem ihrer Wahrzeichen geworden. Nach 30 Jahren bekam sie dann 2017 mit der „Melonensäule“ ihr Pendant in Marl.

Wir freuen uns außerordentlich, dass der Künstler für den Westfälischen Kunstverein und seine Mitglieder nun eine Radierung als Jahresgabe geschaffen hat – zumal Editionen eine Seltenheit im Werk Thomas Schüttes sind. In zarten Linien und reduzierter Formensprache der roten Farbe auf hellgelbem Grund hallt hier das Motiv der Melonensäule nach. Nur die stehenden Melonenscheiben sind satt mit Farbe ausgefüllt. Schütte verzichtet auf eine räumliche Ausformulierung und zeigt die Säule in einer Art Aufriss, so dass uns die Zeichnung auch an architektonische Konstruktionsskizzen denken lässt. Die einfachen, halbrunden Formen halten in spiegelbildlicher Anordnung den Spannungsmoment vom Auseinanderfallen der Melonenscheiben fest.