Jahresgabe

Mit Sonne #1-10

Sunah Choi

Mit Hilfe der Sonne hat Sunah Choi in ihren zehn Fotogrammen Spuren unterschiedlichster Fundstücke eingefangen. Für ihre Serie hat sie profane Alltagsobjekte miteinander kombiniert, die sie an jenen Orten gefunden hat, an denen die Fotogramme entstanden sind. Aus Erbsen und Bohnen, Glasflaschen und Gläsern, dünnen Ästen und Blättern, Ping Pong Bällen, Papierausschnitten und Holzblöcken hat Choi verschiedene Kompositionen geschaffen. Einige Arbeiten der Serie sind in Korea entstanden, andere in Deutschland. Choi interessiert sich für die Idee von „unterschiedlichen Sonnen“ und der Ortsgebundenheit des Lichts. In ihren Fotogrammen hält sie daher konkrete Orts- und Zeitbezüge fest, löst sie durch die Komposition und Abstraktion jedoch aus ihrem Kontext. 

Auch wenn Choi für „Mit Sonne“ das erste Mal das Medium der Cyanotypie – ein fotografisches Verfahren aus dem 19. Jahrhundert – verwendet, knüpft sie damit an frühere Arbeiten an, etwa ihre Installationen „80.7 / 80.8 / 80.9“ und „Composition W“. Ihre Jahresgabe steht in einer Verbindung zu ihrer Performance „Composition T“, die sie unter anderem im Kunstverein im Rahmen der Ausstellung „IS THIS WHERE IT ENDS?“ aufgeführt hat. Während der Performance legte sie Gegenstände auf einen Overhead-Projektor und konstruierte verschiedene Kompositionen. Sowohl in der Performance als auch in ihrer Serie „Mit Sonne“ ist der Schatten das entscheidende Element, auch wenn er in der jüngsten Arbeit festgehalten wurde, sich in der Performance hingegen mit jedem Paukenschlag verändert hat. 



Für die Ausstellung „IS THIS WHERE IT ENDS?“ entwickelte Choi eine Arbeit, in der sie das Verhältnis von Klang und Visualität untersuchte. Ausgangspunkt ihrer Arbeit „Züge“ stellte die spezifische Geräuschkulisse des Harburger Bahnhofs dar, die sie in eine kinetische Installation übersetzte. Dazu zeichnete sie im Kunstverein allein mittels ihres Hörsinns den Rhythmus des durchfahrenden Zugverkehrs auf. Die Notationen wurden auf eine Vorhangschiene transferiert und durch die Bewegung des weißen, halb-transparenten Vorhangs in den Innenraum geholt. In scheinbar willkürlichen und unregelmäßigen Abständen öffnete und schloss sich der Vorhang mal ganz, mal nur zu Teilen und schnitt damit einen Kreis aus dem Ausstellungsraum heraus. Die alltäglichen Geräuschbewegungen des unmittelbaren Außenraums wurden auf diese Weise in eine sichtbare Bewegung übersetzt, die den Raum mit einer nicht enden wollenden Dynamik auslotete.