Jahresgabe

Ohne Titel, 2016

Christoph Meier

Christoph Meier (*1980 in Wien, lebt und arbeitet in Wien) stellt in seinen Arbeiten oftmals die Frage, was zu dem Objekt des Kunstwerks letztlich alles dazugehört – das Gestänge, die Wand, der Kontext, die Umgebung? Es handelt sich um eine Kunst, welche die Bedingungen ihres Ausstellens quasi mit ausstellt und dadurch reflektiert. Man kann es als eine aktualisierte Form der Institutionskritik begreifen, in der nicht elaborierte Beweisketten entworfen werden müssen, sondern vielmehr die Schaffung von offenen Möglichkeitsräumen im Mittelpunkt steht. 

Exklusiv für den Kunstverein hat Christoph Meier eine Serie von fünf Unikaten gefertigt, die das Thema seiner diesjährigen Ausstellung bei uns aufnehmen und sich im Zwischenraum von Objekt und Display bewegen. Die Objekte aus weißem Beton sind faser- und stahllamiert, mit asiatischer Tinte bemalt und von einer Acryllasur überzogen. Ein Stück Wand wird hier zur Leinwand und ist dann doch auch wieder Skulptur. Interessant ist, dass die Farbe wie auch die Objekte, die auf der Oberfläche appliziert wurden, von dem Objekt (also quasi der „Wand“) aufgesogen wurden. Hier breitet sich eine Metaphorik aus, die das Thema der Displays im Material weiterentwickelt.