Jahresgabe

One Time One Million (bird skin collection 12)

Susanne Kriemann

Präpariert zu Lehr- und Forschungszwecken liegen die zwölf toten Vogelkörper dicht nebeneinander aufgereiht in einem Schaukasten. Sie gehören zur ornithologischen Sammlung des Naturkunde Museums Berlin, deren Grundbestand aus der königlichen Kunstkammer und der Sammlung des Grafen von Hoffmannsegg um 1810 hervorging. Die Fotografie von Susanne Kriemann ist im Kontext ihrer gleichnamigen Installation „One Time One Million“ (2009) entstanden, ist jedoch selbst nicht Teil dieser Arbeit, die in der Gruppenausstellung „move – align – avoid. Vom Schwarm als Prinzip und Phänomen“ 2013 zu sehen war. Die fotografischen Motive der Installation reichen u. a. von einer durch die Künstlerin ersteigerten Hasselblad-Kamera aus dem Jahr 1942, die weiter zu Victor Hasselblad führt, der die Kamera im Auftrag der schwedischen Regierung für Aufklärungsflüge der Luftwaffe entwickelt hatte, über dessen ornithologisches Interesse und seine Aufnahmen von Vögeln, hin zu Luftaufnahmen, die Kriemann mit jener erworbenen, historischen Kamera von schwedischen Sozialwohnungsbauten der 1960er und 70er Jahre aufgenommen hat. Kriemann reflektiert mit ihrer Arbeit über die Frage, unter welchen technischen und gesellschaftlichen Bedingungen die Analyse von Strukturen der Bewegung, der Migration und von Schwarm-Dynamiken erst möglich wird. 
 

Susanne Kriemann (*1972, Erlangen) lebt und arbeitet in Berlin und Rotterdam. Einzelausstellungen ihrer Arbeiten wurden u. a. im Arnolfini, Bristol (2013), im Kunstverein Braunschweig (2012), in der Kunsthalle Winterthur (2011) oder im Stedelijk Museum Bureau (2009) gezeigt.