Jahresgabe

Studie zu "Jedes Kollektiv braucht eine Richtung"

Nadine Fecht

Eine Vielzahl an Linien führt zielgerichtet über das großformatige Blatt: Während die einzelnen Linien mit kleinen Unterbrechungen und Ausbrüchen ihrer eigenen Bahn folgen, vollzieht die Gesamtheit eine große gemeinsame Bewegung. Es sind Spuren von 600 Kugelschreibern, welche die Künstlerin gebündelt über das Blatt geführt hat. An einer Stelle verdichten sie sich, die Linien lösen sich auf, ruckartig gesetzte Zeichen bauen sich zu einem Volumen auf und erzeugen in ihrer Vielgerichtetheit einen flirrenden Effekt. In der Ausstellung „move – align – avoid. Vom Schwarm als Prinzip und Phänomen“ zeigten fünf dieser Studien, wie das Naturphänomen des Schwarms mittels des künstlerischen Mediums der Zeichnung nicht einfach reproduziert, sondern als eine Idee des- sen verdichtet wird. 
 

Nadine Fecht (*1976, Mannheim) lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Arbeiten waren u.a. zu sehen in der Akademie der Künste, Berlin (2013), im Kupferstichkabinett, SMB Berlin (2013) und der Kunsthall Charlottenburg, Kopenhagen (2013). Arbeiten der Künstlerin befinden sich außerdem in den Sammlungen der Hamburger Kunsthalle, des Kupferstichkabinetts Berlin und der Berlinischen Galerie.