Jahresgabe

Untitled

Hannah Weinberger

Für ihre Jahresgabe bedient sich Weinberger der sogenannten Onomatopoesie, die die lautliche Nachahmung eines außersprachlichen Schallereignisses beschreibt. Weinberger suchte weit über 100 solcher Wörter aus, die sie jeweils schwarz auf weiss auf ein A4-Format druckte. Es entstand ein ganzes Kompendium der Onomatopoesie: flutter fisst fwoosh gasp swish swoosh whiff whoosh whizz whip whisper bam bang clang clank clap clatter click clink ding jingle screech slap thud thump bloop splash spray sprinkle squirt drip drizzle giggle growl grunt gurgle mumble murmur bawl belch chatter blurt arf baa bark bray buzz cheep chirp chortle cluck cock-a- doodle- doo cuckoo hiss hubba meow moo neigh oink purr quack ribbit tweet warble abrakada bra achoo ahem argh baa babble bah bam bang bark bash bashed bashing bawl bawled bawling beep belch bing blab blag blang blare blast bleat bloop blubber blurt boing boink bong bonk boo boohoo boom bowwow brush bubble bump burp buzz caw chatter chirp chitchat chomp choo choochoo chug clack clang clank clap clash clatter click clink clop clout cluck clunk cocka doodle doo cough ... créu poing muuuuu miau au au zum zum ploft / lalala aaaaaah lala. Eine ähnliche Auswahl lautmalerischer Worte war Ausgangspunkt für Weinbergers Arbeit im Rahmen von Hans Ulrich Obrists fortlaufendem Projekt „do it“, das in Form eines Buches und zugehörigen Ausstellungen Handlungsanweisungen von zahlreichen KünstlerInnen versammelt. Dort lädt Weinberger dazu ein, diese Wörter auf unterschiedliche Weise in andere Formate einzubinden oder zu performen. Nun können einzelne oder mehrere Wörter als Edition im Kv.H.Bf. erworben werden. Dass es sich um eine offene Auflage handelt, erscheint im Kontext von Weinbergers eigenem Umgang mit Material zwingend.


Hannah Weinberger (*1988, CH/US) studierte an der Schule für Gestaltung in Basel und Hochschule der Künste in Zürich, wo sie ihren Master of Fine Arts machte. Neben ersten internationalen Einzelausstellungen u.a. in der Kunsthalle Basel (2012), KUB Arena in Bregenz (2014), MIT in Cambridge, Massachusetts, Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg (2015) und Beteiligungen an Gruppenausstellungen wie der 12. Biennale in Lyon (2013), co-leitete sie den Projektraum Elaine im Museum für Gegenwartskunst in Basel und ist Vorstandsmitglied der Kunsthalle Basel. Im Kunstverein Harburger Bahnhof zeigte sie ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland.