Sketch for “Walking Death”
Özgür Kar
In seiner künstlerischen Praxis inszeniert Özgür Kar Skelette als morbide und zugleich poetische Protagonist:innen, die zu Projektionsflächen existenzieller Reflexion werden. Diese wiederkehrende Figur greift auf den Danse Macabre zurück – die spätmittelalterliche Allegorie auf die Vergänglichkeit allen Lebens. Ihrer Identität und sozialen Merkmale entkleidet, werden die Skelette zu Folien für Angst, Begehren und Sterblichkeit.
Indem Kar barocke Memento-Mori-Bildwelten mit Animation und Theater verbindet, verknüpft er historische Bildtraditionen mit zeitgenössischen Erzählformen. Die schwarz-weißen Zeichnungen für den Kunstverein sind Studien zu einer Animation eines gehenden Skeletts. Jede Zeichnung hält eine Phase der Bewegung fest, sichtbare Bleistiftlinien markieren die einzelnen Schritte des Gangs.