Jahresgabe

Strokes

Milena Langer

Milena Langer arbeitet mit ausgebauten Displays, die ihre ursprüngliche Funktion als Bildträger für externe Inhalte verloren haben. Die deaktivierten Screens werden zu Materialflächen, die das zurückwerfen, was sich unmittelbar vor ihnen befindet. Dadurch verschiebt sich der Status des Bildes: Anstelle eines von Apparaten generierten, kontrollierten Signals tritt die situative Reflexion der Betrachtenden und des Raums. In dieser Entkopplung von Bildschirm und Bild wird der Screen selbst sichtbar, nicht als Portal in eine virtuelle Welt, sondern als physisches Objekt, das Wahrnehmung und Selbstbezug rahmt. 

Langers Arbeiten untersuchen so die Medialität des Displays jenseits seiner intendierten Funktion, indem sie aufzeigen, wie sehr das medial vermittelte Bild gewöhnlich unsere eigene Präsenz verdeckt. Für ihre Jahregabe erweitert. Langer ihre Praxis erstmals um Malerei: In der Serie Strokes findet sich der Moment der Reflexion in Pinselstrichen wieder. Dabei orientieren sich die Pinselstriche am formalen Raster des Displays: den seitlich sichtbaren digitalen Sensoren. Die Malerei auf der Displayoberfläche bewegt sich folglich im Spannungsfeld zwischen der frei geführten Hand und dem formalen Raster der Bildproduktion und -präsentation.