Jahresgabe

OPEN DESTINATION

Schirin Kretschmann

Schirin Kretschmanns Arbeiten lassen sich als Erkundung situativer Begebenheiten von Orten begreifen: Unter Verwendung oft alltäglicher Materialien interveniert sie temporär auf malerisch-installative Weise. In PROCESS, PERFORMANCE, PRENSENCE präparierte sie beispielsweise die Kunstvereinswände mit Lederfett und legte so aufgrund der spezifischen Eigenheiten des Materials ungeahnte Wahrnehmungsräume frei. Auf diese Weise spricht Kretschmann den Materialien selbst eine essentielle ästhetische Entscheidungsmacht hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbildes ihrer künstlerischen Arbeiten zu.
Für die Jahresgabe Open Destination bestäubte die Künstlerin Schleifpapier mit Graphit und übertrug mithilfe der Frottagetechnik das Pulver auf Papierbögen. Durch den Prozess des Abreibens erzeugt Kretschmann im wahrsten Sinne des Wortes offene Strukturen – einerseits durch die partielle Destruktion des verletzlichen Papiers, sowie anderseits durch die Entstehung zufälliger und einzigartiger Muster aus dem nun verfestigten Graphit, welches je nach Lichteinfall einen silbrigen Schimmer offenbart.