Jahresgabe

RÜCKPROJEKTION

Margaret Raspé

Margaret Raspé ist Malerin, Performancekünstlerin und Filmemacherin. In ihren „Filmen mit dem Kamerahelm“ der 1970er Jahre hielt sie ihre alltäglichen Handlungen wie Kochen, Geschirrspülen und Malen mithilfe eines selbstkonstruierten Apparats fest, der aus einem gewöhnlichen Bauhelm und einer daran – direkt vor ihrem Auge – montierten Agfa Super-8-Kamera bestand. Die so an den Bewegungs- und Wahrnehmungsablauf des Körpers gebundene Kamera ermöglicht eine von direkter Subjektivität durchdrungene Seherfahrung der BetrachterInnen.

 

Die Jahresgabe für den Kunstverein Braunschweig dokumentiert Raspés Performance „Rückprojektion“ aus dem Jahr 1983: Es sind Kunstdrucke der originalen Skizze für jene Arbeit. Mit einem Filmprojektor auf dem Rücken bewegte sich Margaret Raspé auf allen Vieren durch den Raum und projizierte das Filmbild auf eine Pyramide. Das Abspielgerät wurde in Bewegung versetzt, der Film von der feststehenden Leinwand gelöst und das Publikum unweigerlich als Teil der Projektion mit einbezogen. Im Kunstverein Braunschweig reinszenierte die Künstlerin Clara Bausch jene Performance.