ADKV-Herzogenrath Forum 2025 in Leipzig
Staying in Dialogue! Perspectives for a Cultural Institutions under Pressure –
ADKV-Herzogenrath Forum in Leipzig 2026
Art and culture are spaces for reflection, diversity, and freedom. Yet these spaces are coming under increasing pressure. In a society that is politically polarized and where democratic values are being openly questioned more and more, cultural institutions find themselves increasingly caught in the crossfire of public conflicts. Art associations in particular, traditionally places of open discourse and participation, are facing new challenges:
How can independence be preserved when the allocation of funding is being called into question?
And how can we counter co-optation and strengthen one another?
The ADKV-Herzogenrath Forum 2025, which took place on November 15 and 16 in Leipzig, addressed these questions. Under the title “Staying in Dialogue—Perspectives for a Cultural Landscape Under Pressure,” the Association of German Art Associations (ADKV) brought together representatives from art associations, cultural policy, academia, and civil society to develop strategies for a resilient and solidarity-based cultural landscape. The two-day forum, held in Hall 14 and at the GfZK, combined presentations, panel discussions, and workshops. It served as a venue for gathering and exchange, fostering the creation of networks where new alliances can flourish.
The ADKV-Herzogenrath Forum 2025 sent a clear signal in favor of dialogue in times of social polarization. As part of a series of continuing education and dialogue initiatives established by the ADKV with support from the Wulf-Herzogenrath Foundation, it provided an important impetus for sustainably strengthening art associations in their work in civil society and cultural policy.
As part of the ADKV-Herzogenrath Forum 2025, the ADKV-Wulf-Herzogenrath Award for Volunteer Work was presented to Klaus Fischer, a founding member, long-time chairman, and artistic director of the Kunstverein Freunde aktueller Kunst Zwickau.
Concept and implementation of the Forum 2025:
Lena v. Geyso, Kathatrina Klang, Ursula Schöndeling (ADKV Board) and Janett Doerr (Office)
Programm und Schwerpunkte
Impulsvorträge / 15.11.2026 in der Halle 14
Den Auftakt bildeten zwei Impulsvorträge von Nico Mokros und Carl Schüppel
Im Mittelpunkt stand die Frage nach einem aktuellen Demokratiebegriff:
Wie rücken populistische und rechte Strömungen in die gesellschaftliche Mitte vor, und welche Verantwortung tragen Kunst und Kultur in diesem Prozess? Wo liegen die Potenziale – aber auch die Grenzen ihrer Verantwortung?
„Die Mitte unter Spannung: Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit als kulturelle Herausforderung“ - Nico Mokros referierte die neuesten Erkenntnisse der repräsentativen „Mitte-Studie“ 2024/25 . Die alle zwei Jahre erscheinden Mittestudien geben Auskunft über die Verbreitung, Entwicklung und Hintergründe rechtsextremer, menschenfeindlicher und antidemokratischer Einstellungen in Deutschland. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) koordiniere Nico Mokros die Studien 2022/23 und 2024/25. Er lehrt an der Universität Bielefeld zu politischer Sozialisation, Vorurteils- und Rechtsextremismusforschung. Die Mitte Studien entstehen im Auftrag der Friedrich Ebert Stiftung.
Mit seinem Vortrag „The Art of Democracy – Wie wir Kunst und Kultur vor antidemokratischer Einflussnahme schützen können“ vermittelte Carl Schüppel (Das Progressive Zentrum, Berlin) Hintergrundwissen zu rechten Akteur*innen im Kulturbereich und ihren Einflussstrategien. Aufbauend darauf wurden exemplarisch Möglichkeiten zur Entwicklung von Schutzkonzepten aufgezeigt sowie Kommunikationsstrategien und klare demokratische Positionierungen für Vereine diskutiert. Das Progessive Zentrum veröffentlichte 2022 die Publikation “Resiliente Kunst und Kultur: Umgangsstrategien mit anti-demokratischer Agitation”. Die Publikation fußt auf einem intensiven, cross-sektoralen Erfahrungsaustausch mit Kunstschaffenden und Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung und das Wissen des mehrjährigen Projekts.
Podiumsdiskussion / 15.11.2026 in der Halle 14
In der Podiumsdiskussion diskutierten
Klaus Fischer (Freunde Aktueller Kunst Zwickau),
Ameli M. Klein (Kunstverein Ludwigshafen),
Christiane Mennicke-Schwarz (Kunsthaus Dresden),
Juliane Schickedanz (Kunsthalle Osnabrück),
sowie die Referenten Carl Schüppel und Niko Mokros
über Verantwortung, Handlungsspielräume und Grenzen aktueller kultureller Arbeit.
Annekathrin Kohout, Kulturwissenschaftlerin und Autorin aus Leipzig, moderierte die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungshorizonte und setzen so nachvollziehbare thematische Schwerpunkte.
Das Gespräch wurde als vertrauensvoller Austausch aus der Praxis nur in Präsenz mit den Anwesenden geführt und nicht aufgezeichnet.
Der Erfahrungsaustausch der Podiumsteilnehmer*innen setze wichtige Impulse, die wiederum eine Vielzahl an Gesprächen bein nachfolgenden get together eröffneten.
Weitere Informationen zu den Referent*innen im Bildteil
Workshop / 16.11.2026 in der GfZK
Am 16. November fand in den Räumen der GfZK ein Workshop zu Förderstrukturen und Neutralitätsgebot statt. Themen waren Fragen der Staatsferne und Unabhängigkeit der Kulturförderung sowie aktuelle Förderprogramme zur Stärkung der Resilienz von Kultureinrichtungen.
Antonia Lahmé (Kulturstiftung des Bundes) und
Berkan Kaya (Bucerius Law School, Hamburg)
lieferten an dieser Stelle wichtiges Hintergrundwissen aus der Entwicklung von Förderprogrammen sowie aus einer juristischen Perspektive zum Umgang mit dem Neutralitätsgebot.
Weitere Informationen zu den Referent*innen im Bildteil