ADKV–Herzogenrath Forum 2026
„Kulturelle Räume unter Druck:
Und jetzt? Haltung zeigen. Allianzen bilden. Resilienz stärken.
ADKV-Herzogenrath Forum 2026, 17. Oktober, Kasseler Kunstverein
Förderstrukturen im Umbruch, wachsende Ansprüche an gesellschaftliche Teilhabe, zunehmende politische Polarisierung: Kunstvereine stehen derzeit vor tiefgreifenden Veränderungen.
Das ADKV-Herzogenrath Forum 2026 nimmt diese Herausforderungen zum Anlass, um am 17. Oktober im Kasseler Kunstverein unter dem Titel „Kulturelle Räume unter Druck: Und jetzt? Haltung zeigen. Allianzen bilden. Resilienz stärken.” gemeinsam mit Akteur*innen der Kunst- und Kulturszene nach vorne zu blicken.
Es sprechen (u.a.):
Nils Weinberg (Jurist & Autor “Öffentliche Kunstfreiheit” mit C.Möllers),
Caroline Paulick-Thiel (strategische Designerin und Expertin für verantwortungsvolle öffentliche Innovation, Direktorin für Politics for Tomorrow/nextlearning e.V.), Annette Maechtel (ehem. ngbk), Susanne Jakob (Kunstverein Neuhausen, Neuhausen/Fildern), Anke Dietrich (riesa efau), Aneta Rostowska (Temporary Gallery), Lisa Klosterkötter (Temporary Gallery) & Jennifer Cierlitza (KV Siegen) & Victoria Tarak (KV Bielefeld) - Förderprogramm Übermorgen.
Wandel bedeutet nicht zwangsläufig eine Anpassung unter Druck. Er kann auch gestaltet werden und zu einer gemeinsamen Stärkung in unsicheren Zeiten führen. Genau hier setzt das diesjährige Forum an: Wie bleiben Kunstvereine handlungsfähig? Wie lässt sich eine resiliente, gemeinwohlorientierte und gesellschaftlich relevante Arbeit langfristig sichern? Und welche neuen Formen der Zusammenarbeit, Beteiligung und politischen Interessenvertretung braucht es dafür?
Mit einem umfangreichen Programm aus Impulsvorträgen, Praxisgespräch und Workshops versteht sich das Herzogenrath Forum für kollektives Lernen, strategische Vernetzung und die gemeinsame Entwicklung zukunftsfähiger Perspektiven für Kunstvereine in Deutschland.
Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um vorige Anmeldung unter anmeldung [at] kunstvereine.de
Weitere Infos finden Sie unten.
Hier können Sie sich das Programm herunterladen.
Zu Beginn des Forums wird der ADKV - Wulf Herzogenrath Preis für Ehrenamt an Susanne Jakob vergeben.
Preis und Forum werden durch die Wulf Herzogenrath Kultur-Stiftung ermöglicht. Wulf Herzogenrath, Mitbegründer der ADKV und langjähriger Direktor des Kölnischen Kunstvereins sowie der Kunsthalle Bremen, verstarb im Juni 2026. Wir danken Wulf Herzogenrath und der Wulf Herzogenrath Kultur-Stiftung für die großzügige Unterstützung.
Programm
10:00 Ankommen
10:30 Begrüßung
Jero van Nieuwkoop, Kunstverein Kassel Timon Gremmels, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK)
Martin Bach, Kulturamt Stadt Kassel Ursula Schöndeling, Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV)
11:15 Gedenken an Wulf Herzogenrath
Felix Herzogenrath, Bjørn Melhus
11:40 ADKV-Wulf-Herzogenrath Preis für Ehrenamt
Preisverleihung an Susanne Jakob, Kunstverein Neuhausen.
Laudatio: Sebastian Baden, Schirn Kunsthalle Frankfurt
12:00 Impulsvortrag
Öffentliche Kunstfreiheit und ihre rechtlichen Rahmenbedingungen
Dr.Nils Weinberg, Humboldt-Universität zu Berlin
Ausgehend von seiner gemeinsam mit Christoph Möllers verfassten Publikation beleuchtet Dr. Nils Weinberg die verfassungsrechtlichen Grundlagen kultureller Freiheit und ihre Bedeutung für die Praxis von Kunstinstitutionen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie öffentliche Kunstfreiheit im Spannungsfeld zwischen staatlicher Förderung, gesellschaftlichen Erwartungen und institutioneller Autonomie gesichert und ausgehandelt werden kann.
13:00 Lunch
14:00 Impulsvortrag
Die Kunst, beweglich zu bleiben: Kunstvereine zwischen Stabilität, Veränderung und ungewisser Zukunft
Caroline Paulick-Thiel, Politics for Tomorrow
Im Zentrum stehen die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen Kulturinstitutionen heute arbeiten. Diskutiert wird, wie Institutionen auch unter komplexen und prekären Bedingungen handlungsfähig bleiben und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können. Dabei geht es insbesondere um die Bedeutung von Stabilisierung und die Sicherung bewährter Praxis als Grundlage für zukünftige Entwicklung.
15:00 Praxisgespräch
Kunstvereine als offene Räume des demokratischen Dialogs
Jennifer Cierlitza (Kunstverein Siegen), Anke Dietrich (riesa efau. Kultur Forum Dresden), Susanne Jakob (Kunstverein Neuhausen, Neuhausen/Fildern), Lisa Klosterkötter (Temporary Gallery Köln), Dr. Annette Maechtel (ehem.nGbK Berlin, 2020-März 2026) und Aneta Rostkowska (Temporary Gallery Köln) Victoria Tarak (Kunstverein Bielefeld). Moderation: Gila Kolb, Professorin für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik, Universität Bremen & agency art education, Kassel
Welche Möglichkeiten bieten partizipative Formate und kollektive Entscheidungsstrukturen?
Was meint Teilhabe und welche Gruppen werden einbezogen? Wie entstehen Bündnisse mit anderen Akteur*innen? Welche gesellschaftspolitischen Handlungsmöglichkeiten eröffnen sich? Wie lassen sich eigene institutionelle Strukturen transformieren? Wie verankern sich Kunstvereine als Orte der Teilhabe und des demokratischen Dialogs? Und nicht zuletzt: Welche Bedingungen brauchen die Vereine dafür und welche Veränderungen müssen sie zulassen?Den Einstieg bilden kurze Impulse der Teilnehmer*innen. Sie stellen konkrete Maßnahmen vor, mit denen sich Kunstvereine und Kunstinstitutionen für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und Anliegen öffnen können. Daran anknüpfend kommen wir in einem offenen Gesprächsformat mit dem gesamten Forum in den Austausch.
16:30 Künstlerische Intervention
Can Care and Solidarity become our currency henceforth? (Können Fürsorge und Solidarität fortan unsere Währung werden?
LA CAOBA, Larry Bonćhaka, Sopo Kash
Wenn wir einander und unsere Umwelt als Einheit begreifen, beginnen wir, in uns selbst einen Reichtum zu erkennen. Als Zeug*innen des Zerfalls institutioneller und staatlicher Bündnisse müssen wir verändern, wie wir wirtschaftliche Verantwortung wahrnehmen und praktizieren.
Wahre Freiheit gehört allen, die sie teilen!
Dem Herzogenrath Forum 2026 bieten wir eine Reise zur Einfachheit an. Eine Reise, die verbindet, wie wir für uns selbst sorgen, mit der Art, wie wir für die Menschen um uns herum sorgen – und die Fürsorge und Solidarität fortan zu unserer Währung macht. In diesem Sinne verstehen wir Saatgut als Material und als Philosophie: Es trägt die Gaben von Erinnerung, Nahrung, Wissen und Zukunft.
Den Teilnehmenden des Herzogenrath Forums 2026 wird ein Tisch voller Sinneseindrücke und Neugierden rund um SAATGUT/SEEDS angeboten – Dinge zum Essen, Riechen, Aussäen, Konservieren, Tauschen und Mitnehmen.
17:00 Workshops
Workshop 1
Commoning the Neighborhood / Unlearning Institutionality.
Wo steht der Kunstverein? Was passiert, wenn wir den Kunstverein nicht nur als Institution, sondern als geteilte Infrastruktur betrachten? Der Workshop nimmt vorhandene Räume, Menschen, Wissen, Netzwerke und Ressourcen in den Blick und fragt nach Zugängen und ungenutzten Potenzialen. Mit praktischen Übungen und gemeinsamem Mapping werden Beziehungen und Strukturen sichtbar. Daraus entstehen Ideen, wie Räume, Wissen und Ressourcen anders geteilt und für Begegnung, Selbstorganisation und gemeinsame Verantwortung geöffnet werden können.
Leitung: Raamwerk e.V., Kassel
Workshop 2
Konfliktlösungen – Transformation, Druck und gemeinsame Handlungsfähigkeit.
Transformation erzeugt Spannungen – innerhalb von Organisationen ebenso wie in Kooperationen und öffentlichen Kontexten. Der Workshop versteht Konflikt nicht als Störung, sondern als produktiven Bestandteil von Veränderungsprozessen. Im Mittelpunkt stehen das frühzeitige Erkennen von Spannungen, der Umgang mit internen und externen Konflikten, Moderation und die Entwicklung von Kommunikationsräumen für Offenheit und Klärung.
Leitung: Nadja Gilbert, Mediatorin, Berlin
Workshop 3
Selbstbefragung, Wertebestimmung und Leitbild entwickeln.
Der praxisorientierte Workshop lädt Kunstvereine zur kritischen Selbstbefragung ein und beleuchtet ihr Selbstverständnis, ihre regionale und überregionale Wahrnehmung sowie Anforderungen aus Politik, Programm und Struktur. Gemeinsam werden Werte und Leitbilder herausgearbeitet und formuliert. In praktischen Übungen erproben die Teilnehmenden konkrete Werkzeuge, die sich unmittelbar in die eigene Vereinsarbeit übertragen lassen, um Selbstverständnis, Haltung und Handlungsspielräume weiterzudenken.
Leitung: Michael Schaller, München
Workshop 4
LAUT SEIN! – Politische Handlungsfähigkeit als Teil der Praxis
Wie wird aus Haltung tatsächlich Praxis? Der Workshop untersucht politische Handlungsfähigkeit als Teil institutioneller Alltagsarbeit. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Widerständigkeit, Solidarität, konkretem Handeln und der Fähigkeit, gesellschaftliche Konflikte aktiv zu bearbeiten.
Leitung: Frieda Grimm, re:searching urbanity, Berlin
19:00 Ergebnisforum
ab 19:30 Gemeinsames Essen
Das ADKV-Herzogenrath Forum wird unterstützt von:


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